Weinstadt. Nahe der Rems wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg ein neues Wohnquartier erschlossen, um zusätzlichen Wohnraum zu ermöglichen. Mit einfachen Mitteln wurde überwiegend eine Doppelhausbebauung in herkömmlicher Massivbauweise realisiert, die aufgrund des hohen Grundwasserpegels keine ebenerdigen Wohngeschosse zuließen. Das bestehende Gebäude hatte im Laufe der Jahre immer wieder Veränderungen erfahren, ohne jedoch die Wohnqualität grundsätzlich zu verbessern. Da erhebliche finanzielle Aufwendungen damit bereits "im Haus steckten", schied für den Bauherrn ein Abbruch und Wiederaufbau aus. Die Bauherren sollten auch die ganze Bauzeit über im Haus bleiben. Der Baumaßnahme ging die Überlegung voraus, den DG-Grundriss weitgehend zu belassen, um den Bewohnern einen ständigen Wohnbereich zu erhalten. Besonderes Augenmerk sollte dem Wohnbereich und dessen direkten Umfeldes gelten:
- Abbruch der bestehenden Doppelgarage, die in der Mitte des Gartens plaziert war
- Abbruch des "Abort-Anbaus" mit Hauseingang an der Gartenseite
- Anbindung des Wohngeschosses an den Gartenbereich





- Anbindung des neu erstellten "Wellness-Bereichs" im UG über Tiefhof an den Garten
- Abbruch des bestehenden, halbhohen Balkons und Erweiterung des Wohnzimmers nach Süden.

Die wichtigste Maßnahme ist die Verlegung des Hauseingangs von der Nordseite an die südliche Straßenseite, da auf diese Weise eine klare Trennung zwischen privatem Gartenbereich und "halböffentlichem" neuem Eingangsbereich geschaffen werden konnte. Die Plazierung des Carports mit offener Lattung unterstützt diese Zonierung.
Im Grundsatz wurde der schlichte Haustypus eines Nachkriegs-Siedlungshauses belassen und gezielt mit einfachen Elementen ergänzt. Insbesondere das gläserne Gartenzimmer in der neuen Erschließungsachse steht für eine neue, unmittelbare Beziehung von Innen- und Außenraum. Sämtliche Wohnräume erhieltenen an der Nordseite über den Holzsteg und einen massiven Kalksteinblock einen Zugang zum Garten.

Fertigstellung 2005